Eine kindgerechte Palliativversorgung darf nicht vom Wohnort abhängen. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) fordert zum Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar, die ambulante und spezialisierte Versorgung für lebensverkürzend erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene verlässlich abzusichern.
Berlin, 9. Februar 2026. „Eine gute medizinische Versorgung von Kindern oder jungen Menschen mit einer lebensverkürzenden Erkrankung darf nicht vom Wohnort abhängen oder davon, wie die Eltern abgesichert sind“, so Susanne Kränzle, Vorsitzende des DHPV. „Eine gute Palliativversorgung der Kinder ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe. Wir brauchen flächendeckend erreichbare, ambulante Palliativteams, palliativ geschulte Kinderärztinnen und Pflegedienste sowie starke Kinderhospizdienste, die Familien im Alltag verlässlich zur Seite stehen. Stationäre Kinderhospize sind dafür ein unverzichtbarer Baustein, sie können aber eine kontinuierliche Palliativversorgung nicht ersetzen – hier ist die Politik gefordert, klare Prioritäten zu setzen.“
Die Forderungen im Einzelnen:
Forderung 1: Eine flächendeckende Spezialisierte ambulante Palliativversorgung für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (SAPV-KJ)
Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche (SAPV‑KJ) muss bundesweit verfügbar, gut erreichbar und rund um die Uhr verlässlich sein – unabhängig davon, wo Familien leben. Der DHPV fordert, bestehende Versorgungslücken zu schließen, SAPV‑KJ‑Teams flächendeckend aufzubauen und ihre Arbeit dauerhaft auskömmlich zu finanzieren, damit die betroffenen Familien nicht an Zuständigkeitsstreitigkeiten oder Budgetgrenzen scheitern.
Forderung 2: Kinderärzte und Pflegedienste palliativ stärken
Lebensverkürzend erkrankte Kinder brauchen vertraute Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Kinderkrankenpflegedienste, die über Zeit, Fachwissen und palliativmedizinische Kompetenz verfügen. Der DHPV fordert gezielte Förderprogramme für pädiatrische Palliativweiterbildung, bessere Rahmenbedingungen für ambulante Kinderkrankenpflege und verbindliche Netzwerke vor Ort, damit Familien auch zu Hause qualifiziert begleitet werden können.
Forderung 3: Kinderhospize sind wichtig – ersetzen aber keine Palliativversorgung
Stationäre Kinderhospize und ambulante Kinderhospizdienste leisten wichtige Entlastung und Begleitung, können aber eine kontinuierliche palliativmedizinische Versorgung nicht ersetzen. Der DHPV fordert, politisch klar zu priorisieren: Zuerst muss die verlässliche, wohnortnahe Palliativversorgung für Kinder und ihre Familien gesichert werden, dann können zeitlich befristete Entlastungsangebote in Kinderhospizen diese Versorgung sinnvoll ergänzen – statt notgedrungen ihre strukturellen Defizite auszugleichen.
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospizarbeit und Palliativversorgung und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.300 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 140.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.
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