Caritasverband Saar-Hochwald: Bischofsvikar Graf von Plettenberg besucht Angebote in Dillingen und Beckingen

Auch das AHPZ Saar Hochwald für die Landkreise Saarlouis und Merzig-Wadern war Teil des Programms.

Caritasverband Saar-Hochwald: Bischofsvikar Graf von Plettenberg besucht Angebote in Dillingen und Beckingen

  • Bei seiner Visitation informierte sich Bischofsvikar Ulrich von Plettenberg über die vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebote des Caritasverbandes Saar-Hochwald in Dillingen und Beckingen.
  • Im Mittelpunkt standen die Beratungsstelle, die Tafel Dillingen, die Freiwillige Ganztagsschule an der Römerschule sowie die ambulante Hospiz- und Palliativarbeit.

Saarlouis / Dillingen, 02.10.2026. Bei seiner Visitation hat Bischofsvikar Ulrich von Plettenberg gemeinsam mit Caritasdirektor Frank Kettern verschiedene Angebote des Caritasverbandes Saar-Hochwald in Dillingen und Beckingen kennengelernt. Im Austausch mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden erhielt er Einblicke in die tägliche Arbeit und in die aktuellen Herausforderungen der Dienste.

Beratungsstelle Dillingen

„Mir ist es wichtig, die Arbeit der Caritas im pastoralen Raum kennenzulernen“, sagte von Plettenberg. In der Beratungsstelle, die sich seit 2022 in den heutigen Räumlichkeiten befindet, stellten die Mitarbeitenden ihre unterschiedlichen Arbeitsbereiche vor.

Ein Schwerpunkt war die Schuldnerberatung. Die Nachfrage ist groß: Nach Angaben der Beratungsstelle gehen etwa doppelt so viele Anfragen ein, wie derzeit bearbeitet werden können. Neben Kurzberatungen bei überschaubaren Schuldenlagen begleiten die Fachkräfte auch komplexe Fälle und arbeiten dabei eng mit anderen Diensten des Caritasverbandes zusammen.

Gerade diese Zusammenarbeit ist eine Stärke des Standorts. Verschiedene Fachberatungen befinden sich unter einem Dach und können ihre Angebote miteinander verzahnen. Auch bei Problemen im Zusammenhang mit Abhängigkeitserkrankungen spielen die individuelle Beratung und die Vermittlung in geeignete Hilfen eine zentrale Rolle. „Es geht darum herauszufinden, was der richtige Weg für die hilfesuchende Person ist“, erläuterte Michelle Hein von der Suchtberatung. Je nach Situation können unter anderem eine stationäre Entgiftung, eine ambulante oder stationäre Rehabilitation und eine anschließende Nachsorge infrage kommen.

Auch Angehörige können Beratung erhalten, selbst wenn die betroffene Person noch nicht bereit ist, Unterstützung anzunehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Präventionsarbeit. Aktionstage informieren beispielsweise über Glücksspiel- oder Alkoholabhängigkeit. Im präventiven Bereich sind auch Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien besonders im Blick. Sie tragen ein erhöhtes Risiko, selbst eine Abhängigkeitserkrankung oder eine psychische Erkrankung auszubilden oder auf andere Weise im Suchtsystem zu bleiben - wie durch eine Beziehung mit einer erkrankten Person. Aus diesem Grund bietet das Angebot Wiesel in Dillingen Gruppen für betroffene Kinder an. Im Mittelpunkt stehen altersgerechte Aufklärung über die Suchterkrankung des Familienmitglieds, der eigene Umgang damit und weitere resilienzfördernde Themen.

Der Jugendmigrationsdienst in Dillingen richtet sich an junge Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren. Häufig geht es in der Beratung um die Sicherung der Existenz, Sprachkurse, schulische Fragen oder das Stellen von Anträgen. Auch Schulden spielen bei einigen Ratsuchenden eine Rolle.

Insbesondere beim Übergang in Schule und Ausbildung gebe es Herausforderungen. Viele junge Menschen benötigten zunächst eine intensive Sprachförderung. „Netzwerkberatung ist wichtig“, betonte Karl-Heinz Wagner vom Jugendmigrationsdienst. Zusätzlich unterstützen zwei von Ehrenamtlichen angebotene Sprachkurse Anfänger und Fortgeschrittene.

Für Menschen ab 27 Jahren sowie für Familien mit kleinen Kindern bietet die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte Unterstützung. Dort stehen unter anderem Existenzsicherung und berufliche Integration im Mittelpunkt.

Tafel Dillingen

Bei der Tafel Dillingen engagieren sich derzeit 59 Ehrenamtliche. Rund 280 Haushalte nehmen das Angebot in Anspruch. Eine digitale Kundendatei trägt inzwischen zur Modernisierung der Abläufe bei.

Unterstützung erhält die Tafel unter anderem von der Stadt, der Dillinger Hütte sowie von Service Clubs wie dem Lions Club und Rotary. Von Plettenberg hob bei seinem Besuch sowohl den sozialen als auch den nachhaltigen Charakter der Tafelarbeit hervor. Die Weitergabe noch verwendbarer Lebensmittel sei „so wertvoll im Sinne von Nachhaltigkeit und im Sinne der Menschlichkeit“.

Freiwillige Ganztagsschule Römerschule Dillingen

Auch die Freiwillige Ganztagsschule an der Römerschule war Teil der Visitation. Dort betreut ein zehnköpfiges Team die Schülerinnen und Schüler. Dazu gehören sechs pädagogische Kräfte, zwei Hausaufgabenhilfen, eine Hauswirtschaftskraft und eine Sozialhelferin.

Zu den Aufgaben zählen die Essensausgabe, die Betreuung und die Hausaufgabenbegleitung. Die Räumlichkeiten werden derzeit umgebaut. Insgesamt betreibt der Caritasverband sieben Freiwillige Ganztagsschulen und erreicht damit mehr als 1.000 Kinder.

Ambulante Hospiz- und Palliativberatungszentren

Einen weiteren Einblick erhielt von Plettenberg in die Arbeit der Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentren. Das Angebot für die Landkreise Saarlouis und Merzig-Wadern entstand vor knapp 25 Jahren aus der Zusammenlegung verschiedener kleiner Gruppen und wurde in hauptamtliche Hände übergeben.

14 hauptamtliche Mitarbeitende sowie rund 200 Ehrenamtliche verschiedenen Alters begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen. Neben der Begleitung am Lebensende gehören Beratung, Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen, medizinische Themen, Öffentlichkeitsarbeit und die Qualifizierung Ehrenamtlicher zu den Aufgaben.

Anita Engel engagiert sich seit 28 Jahren ehrenamtlich in der Hospizarbeit. Sie machte deutlich, wie wichtig menschliche Nähe gerade am Lebensende ist: „Der Mensch braucht nicht nur Nahrung und Flüssigkeit. Er braucht das Gefühl, dass jemand da ist. Viele Menschen sterben ganz allein.“

Auch junge Menschen werden in die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod einbezogen. So kommen beispielsweise Firmlinge mit den Mitarbeitenden der Hospizarbeit über diese Themen ins Gespräch.

Die Visitation zeigte die große Bandbreite der Caritasarbeit in Dillingen, Beckingen und der Region: von Beratung und Existenzsicherung über Migration und Kinderbetreuung bis hin zur Begleitung von Menschen am Lebensende.

Über den Caritasverband Saar-Hochwald e.V.

Der Caritasverband Saar-Hochwald e.V. ist ein offiziell anerkannter Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche mit Wirkungskreis in den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarlouis. Mit seinen sechs Sozialstationen an den Standorten Lebach, Losheim, Merzig, Saarlouis, Schwalbach und Wadgassen, seinen drei Tagespflegeeinrichtungen in Schwalbach, Wadern und Wadgassen, seinen ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentren für die Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis in Beckingen, der Tagesförderstätte in Merzig sowie den Beratungsstellen in Dillingen, Lebach, Merzig und Saarlouis unterstützt der Caritasverband Saar-Hochwald e.V. 

Menschen in Not mit seinem umfangreichen, vom christlichen Menschenbild geprägten Beratungs- und Pflegeangebot. Zusätzlich betreibt der Verband die Tafel Wadern mit der Lebensmittelausgabestelle Losheim am See, die Tafel Dillingen, die Tafel Saarlouis und die Tafel Lebach, um bedürftige Menschen in der Region mit Lebensmitteln zu versorgen. Der Caritasverband Saar-Hochwald e.V. wurde 1930 gegründet und beschäftigt aktuell rund 600 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche von circa 650 ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern unterstützt werden.

Foto/© Kyarituo van Dusseldorp, Caritasverband Saar-Hochwald e.V.

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